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Algen – Brennstelle

Der unvorbereitete Spaziergänger rätselt über die am Küstenrand oder in der Heide verstreuten Steinkuhlen. Unsere betagten Mitbürger erinnern sich mit Wehmut: „Das sind die Öfen, die Öfen in denen man die Algen verbrannte zur Zeit unserer Jugend.“

Das Verbrennen der Algen gehört tatsächlich der Vergangenheit an!

In der Zeit von 1855 bis 1872 hatten alle in Küstennähe wohnenden Familien ihre Brennstelle.
1860 zählt man 1000 Familien im Cap Sizun (davon 300 in Plouhinec d.h. 1200 bis 1500 Einwohner von Plouhinec profitierten von dieser Aktivität).


Die Algenernte begann nach den Stürmen im April. Man brauchte keine speziellen Werkzeuge, aber die Ernte erforderte viel Kraft. Man zog die nassen Algen aus dem Wasser und schaffte sie ans Ufer um sie auszubreiten und zu trocknen. Das Trocknen selber war weniger anstrengend, man musste sich allerdings unablässig darum kümmern.
Die getrockneten Algen wurden bei einer Höllenhitze verbrannt. Handvollweise in die Flammen geworfen, dauerte das Verbrennen mehrere Tage. Mit der Hitze verdampfte das in den Algen enthaltene Jod. Eine Art Lava setzte sich auf dem Grund des Ofens ab und die Männer drehten und wendeten mit Hilfe eines „pifons“* die Algen, um sie besser zu verbrennen.


Danach ließ man alles abkühlen und  befreite das berühmte „Brot des Meeres“. Diese so genannten „Sodabrote“ brachte man in die Fabriken und dort wurden sie verarbeitet - entweder für  medizinische Produkte oder für die Fotografie.

Zwölf der einundzwanzig Algenbrennstellen der Gemeinde Plouhinec wurden gereinigt und restauriert.
Sie können Sie auf den Wegen nahe der Küste bei Pors-Poulhan entdecken.

* Werkzeug zum Verbrennen der Algen