Die
Kirche Sankt Winoc
Auf einer der
höchsten Erhebungen der Gemeinde (101m) gelegen, stammt die
Kirche St. Winoc aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Die bei
einer kürzlichen Bausicherung des Glockenturms unter den
Fußbodenplatten des Schiffes gefundenen Grundmauern scheinen
darauf hinzuweisen, dass sie an der Stelle eines älteren
Bauwerkes errichtet wurde.
Der Bau in der Form eines
lateinischen Kreuzes wird beherrscht von einem Turm mit
Galerie, den eine Turmspitze bis in 4o m Höhe überragt. Die
Westmauer dieses Turmes wird von einer Pforte durchbrochen,
die eingefasst wird von dreikantigen Gesimsen und Säulen mit
ausgearbeiteten Fialen. Der Turm zeigt auf der Südfassade
Jahreszahlen, die die Bauabschnitte anzeigen: Moal 1571,
Riou 1577-1583, Salün 1582. Unter der Südgalerie sind
Rinder und ein Fisch in den Stein gehauen, während man im
Westen ein Boot von der Seite erblickt, das von drei
Seeleuten gerudert wird; das zeigte die zwei
Hauptwirtschaftszweige der Gemeinde jener Epoche auf:
Landwirtschaft und Seefahrt.
In
den innen liegenden Ecken der Galerie kann man die
Grundmauern der vier Glockentürmchen sehen, die nie gebaut
wurden. Das Gewölbe ist aus Holz mit Gipsputz. Flankiert von
niedrigen Seitenschiffen, wird es von sieben einfachen
Arkadenbögen begrenzt, die auf achteckigen Säulen ohne
Kapitellen ruhen. Im Laufe des 18.Jh. wurden bedeutende
Umbauten durchgeführt, was belegt wird durch die
Jahreszahlen besonders im nördlichen Querschiff. Die
Glasfenster im Querschiff und den Seitenschiffen wurden
1993-94 eingesetzt. Sie sind das Werk des Glasmeisters
Jean-Pierre Le Bihan.
Der Hauptaltar aus dem 18.Jh. ist ausgestattet mit einem
Altaraufsatz aus vier Rumpfsäulen und einem dreistöckigen
Aufbau. Der Tabernakel befindet sich im Altarhimmel. Dieser
Altar wird von zwei anbetenden Engeln mit vier Engelchen
darüber eingefasst. Die Spitze des Altaraufsatzes ist eine
Heilig-Herz Statue des 19.Jh. In den Nischen des Altars
findet man Christus, umgeben von Petrus und Paulus. Links
vom Altaraufsatz die Statue des St.Winoc, gekleidet in das
Benediktinerhabit, das Abtskreuz haltend. Rechts in farbigem
Holz „Unsere Liebe Frau von Loretto“.
Im nördlichen Querschiff steht ein Altar des 18.Jh. Auf der
Tabernakeltür ein Basrelief, einem Bild von Pierre Mignard
(1612-1695) nachempfunden: die Jungfrau, das Jesuskind und
Johannes. Darunter ein Gemälde: Die Übergabe des
Rosenkranzes an den heiligen Domenikus und die heilige
Katharina von Siena, signiert Philippe 1774. Die diesen
Altar einfassenden Statuen sind der Reihe nach von links
eine Piéta des 18.Jh., die heilige Anna mit Marienkind, der
Erzengel Gabriel, eine Maria Verkündigung, der heilige
Joseph und das Jesuskind sowie das Reliquiar des heiligen
Winoc. Der Altar des südlichen Seitenschiffes ist ebenfalls
aus dem 18.Jh. Über ihm hängt ein 1652 datiertes und „Roma“
signiertes Bild, das den Schmerz des Vaters mit einer
Magdalena darstellt. Auf der linken Seitenwand die Statuen
des St.Rochus, St.Blasius, St.Nikolaus mit kleinen Kindern
und St. Sebastian verbunden mit Christus, die aus der
zweiten Hälfte des 15.Jh.stammen.
An der Wand vis à vis des Altars aufgehängt eine große
Holztafel, die im Basrelief die Marterwerkzeuge und den
Schleier der Veronika zeigen. Beachtenswert sind die in die
Bodenschwelle eingehauenen Skulpturen von Dämonen, eines
Engels mit Bibel, eines Pelikans und von Fischen. Der
Abtsthron ist aus dem 18.Jh.. Ein Werk des Bildhauers Marzin
von Pont-L’Abbé, trägt er auf seinen Tafeln abwechselnd
Eichenblätter und das Monogramm Ludwig des XIV. Die Orgel
(1935) ist mit 8 Spielwerken ausgestattet. Hinter dem
Instrument eine Statue des St.Julien als römischer Soldat.
Das Taufbecken aus Granit stammt aus dem 16.Jh. Angrenzend
eine Statue Johannes des Täufers. Der Nebenaltar mit dem
Aufsatz auf Rumpfsäulen ist aus dem 18.Jh..
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