
Die Kapelle Sankt They
Dieser rechteckige Bau mit aufsitzendem Glockentürmchen
stammt aus dem XVI. Jahrhundert und wurde im XVII. Jh.
umgebaut, wie eine Inschrift über der Tür bekundet:
Gvillavme 1676. Im Inneren befindet sich eine Statue des
Heiligen They mit einer Mitra zu Füßen und ein St.Peter mit
seinen Schlüsseln und der päpstlichen Tiara auf dem Kopf.
Der Altar ist aus Stein. Drei 1994 eingesetzte Fenster sind
das Werk des Glasmeisters J-P Le Bihan aus Quimper.
In eine Talmulde
geschmiegt, die sich zu Meer öffnet, ist die Kapelle im
Osten von einem Bach eingefasst, der einige Meter südlich an
einer gefassten Quelle vorbeifließt. Die Heiligenfigur, die
sich hier befand, wurde 1986 gestohlen.
Die Wallfahrt findet
am ersten Sonntag im Juli statt.
Nach einem
Vespergottesdienst, der am Nachmittag gefeiert wird, findet
eine Prozession statt, die über die Felder bis zum
Leuchtturm von Pors-Poulhan führt, wo eine Segnung des
Meeres erfolgt. Man weiß wenig über St.They, nur dass er im
VI. Jahrhundert lebte und ein Schüler des Heiligen Gwenole
war, des Gründers der Abtei von Landevennec. Er ist auch in
Cornwall, Großbritannien, bekannt unter dem Namen St. Day.
Lothey (29) ist nach ihm benannt, zusammengesetzt aus „lok“
– geheiligter Ort – und They. Man findet ebenfalls Kapellen
am Pointe du Van, in Riec, Poullan und Saint Segal. Eine
primitive Form seines Namens ist auch Dei. Die bretonische
Aussprache hat aus dem D ein T gemacht. Es gibt auch die
Schreibweisen Dey, Tei, Thei.
Die Wallfahrt findet am 2.
Sonntag im Juli statt.

Saint They – die Quelle
„In der Mitte und
ganz nah bei der Kapelle von St. They ist die heilige
Quelle, ein Steinhäuschen von 1,30m Länge über ebensoviel
Tiefe. Das Wasser fließt in ein mit Steinen eingefasstes
Becken...“
(Kanonikus Pérennes – 1942 „Plouhinec und
Poulgoazec, Beschreibung zweier Pfarrgemeinden“).
Das Quellhäuschen trägt kein Baudatum, aber man kann
annehmen, das es aus der gleichen Zeit wie die Kapelle
stammt, dem 16. Jh. mit Umbau 1676. Der Legende nach hat das
Wasser die Kraft, Menschen mit Rheumatismus zu heilen. Zu
allen Zeiten hat man dort kranke Glieder gebadet und auch
Kinder eingetaucht, die nicht laufen lernten. Bis 1986
enthielt die spitzgiebelige Nische eine Holzstatue, die -
der Tradition entsprechend – ein oder mehrere weiße
Kleidungsstücke trug, die den Säuglingen der Umgebung
gehörten.
All die
Jahre bekleidete man sie anlässlich der Wallfahrt Anfang
Juli mit einem Taufkleid aus Spitzen, in der Regel dem Kleid
eines kleinen Neugetauften. Diese Tradition stammt aus alten
Zeiten, als man das Taufkleid eines Neugeborenen in die
Quelle warf, um seine Genesung zu erbitten: wenn das Kleid
schwamm, würde sich die Gesundheit des Säuglings bessern,
wenn es unterging, war der Säugling verloren.
Alle diese
Traditionen sind erloschen, die Statue ist geraubt worden,
aber die Umgebung von St. They ist immer noch voller Magie!
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