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Die Kapelle von Lanbabu

Die Kapelle von Lanbabu ist ein Monument des 16. Jahrhunderts: die große spätgotische Türeinfassung verweist auf diese Epoche, genauso wie die gotische Kredenz rechts vom Altar. Ein genaues Datum ist über der Tür zur Sakristei eingraviert: 1553.Der ursprüngliche Bau ist nach und nach vergrößert worden.
Die gegenwärtige Sakristei war ursprünglich eine Seitenkapelle, deren spitzbogige Türeinfassung in der Höhe verringert wurde. Dort findet sich ein Altar aus Stein.
Eine Inschrift auf der Außenseite datiert diesen Umbau: “Colin 1737“.
Ein Bogen teilt das Gebäude in zwei Hälften. Der obere Abschnitt mit dem Chor ist 6,50 m lang. Das Kirchenschiff misst nur 4,80 m mit der Eingangstür im Westgiebel und den innen liegenden Stufen.
Der Hauptaltar besteht aus einem großartigen Granitblock. An seiner rechten Seite steht die Statue des Heiligen Tugdual, der die Tiara und das Papstkreuz trägt. Ein St. Sebastian und eine Christusfigur sind die anderen Statuen der Kapelle.

Außen bemerkt man die Abstufung des Daches, die den beiden inneren Niveaus entspricht. Das kleine Glockentürmchen wird von vier Fensterbögen und vier Fialen überhöht.

Ein ungefähr zehn Meter tiefer Brunnen ist neben der Kapelle, aber die Quelle befindet sich ca. 100m südlich, an der Böschung der D 2. Sie hatte den Ruf, Abszesse und Furunkel ( eskejou in bretonisch) zu heilen. Die Kapelle wurde kürzlich restauriert. Dank der  tatkräftigen Aktion des Komités wurden die dringenden Erneuerungsarbeiten durchgeführt und der Kapelle neue Jugend gegeben.

Der Heilige Tugdual

Tugdual wurde zu Beginn des 6. Jahrhunderts in Großbritannien geboren. Sein Vater Hoel I war ins Exil gegangen, um den Armeen des Chlodwig zu entgehen. Man sagt, dass er St.Ildut anvertraut wurde. In der Schule, die dieser in Llan-Illtud-Fawr gegründet hatte, erhielt er durch ihn eine für damalige Zeiten bemerkenswerte geistige und moralische Bildung. Er wurde Mönch. Sein Asketentum, sein Eifer und seine natürliche Autorität ließen ihn auffallen: er wurde zum Abt eines britischen Klosters ernannt.

Beim Tod  seines Vaters kehrte er in die Bretagne zurück, zusammen mit seiner Mutter, seiner Schwester SEVA sowie seiner religiösen Gemeinschaft. Sie schifften sich im Nordfinisterre aus, von wo Tugdual sich auf die Suche nach einem Ort machte, an dem er sich niederlassen wollte: man gab ihm Land, das seither TREBABUE heißt. Er blieb nicht lange dort, sondern gründete ein anderes Kloster in der Gegend von TREGUIER, im Tal des TREGOR.
Zu jener Zeit war CHILDEBERT dem CHLODWIG nachgefolgt. Die Beziehungen zu dem neuen König von Frankreich nahmen aus der Sicht der Bretonen eine bessere Wendung dank des diplomatischen Handelns von ST.SAMSON und ST.TUGDUAL, die durch die Vermittlung des ST.GERMAIN von PARIS vom König empfangen wurden. TUGDUAL erhielt von CHILDEBERT den Bischoffssitz von LEXOVIE, das ist der alte Name von LISIEUX. Aber er musste dort bald viele Verfolgungen erdulden, was ihn dazu zwang, seinen Bischoffssitz zu verlassen. Er kam zurück, um Zuflucht im Konvent von TREBABU zu finden, wo sich seine Schwester SEVA befand.
Für mindestens zwei Jahre hielt er sich dort  für alle kirchlichen Aufgaben zur Verfügung.


Zu jener Zeit fand die Reise nach Rom statt. Nichts beweist das, aber ein solcher Ortswechsel ist nicht unwahrscheinlich, weil es erwiesen ist, dass andere bretonische Würdenträger ihn schon im vorher-gehenden Jahrhundert vorwiegend auf dem Seeweg vollzogen hatten. Während seines Aufenthaltes verstarb der Papst. Die anwesenden Bischöfe setzten ihn ohne seine Zustimmung auf den freien Papstthron. Aber seine Bescheidenheit, seine Demut  brachten ihn dazu, die päpstliche Würde abzulehnen.
Das wäre der Legende nach das Ereignis in seinem Leben gewesen, das ihm den Namen PABU eintrug, altbretonisch für Vater ( Papst heißt in modernem Bretonisch PAB, abgeleitet aus dem griechischen pappas: Vater) Daher die Ortsnamen: TREBABU, ST PABU, LANBABU, LOPABU und noch einige andere.

Was man objektiv sagen kann, ist, dass der Titel Vater damals den Bischöfen gegeben wurde. Also, wenn ST: TUGDUAL nicht Pabst gewesen ist, so war er doch Bischoff!
TUGDUAL durchzog nun die Bretagne und besonders unseren Teil der Cornouaille. Er half seinen Mitbürgern, ihr Leben zu verbessern und brachte ihnen geistigen Trost und Zuspruch. Sein Einfluss war sehr groß.
In unserer Kapelle von Lanbabu (vom gallischen Lan: geheiligte Erde, Kloster, Kirche – wallisisch llan – und vom schon zitierten Wort Pabu), wird seine Statue verehrt. Sie stellt ihn mit der päpstlichen Tiara bedeckt dar.

Der HEILIGE TUGDUAL starb nach seinen Hagiographen am 30. November des Jahres 564.